Weihnachten 2.0: Der Adventskalender Online

Digitale Adventskalender sind so alt wie das Internet, in den letzten Jahren sind sie aber so sehr in Mode gekommen, dass man sich vor ihnen nicht mehr retten kann. Jeder Webshop hat sie, um Sonderangebote und Schnäppchen anzupreisen. Aber auch alle anderen Webseiten, die etwas auf sich halten, von Internetforen bis hin zu Nachrichtenseiten haben digitale Adventskalender.

Für Kunden und noch mehr Kunden

Adventskalender Online gibt es wie Sand am MeerDas Prinzip des guten alten analogen Adventskalender wird einfach in ins Web 2.0 übertragen. Vom 1. Dezember bis zum 24. Dezember gibt es täglich eine nette Überraschung. Bei Shops handelt es sich in der Regel um irgendwelche Aktionen, bei gewöhnlichen Internetseiten überwiegen Weihnachtliche Gewinnspiele. Aber da im Netz gerne verkauft wird, verschwimmen die Grenzen, die es ohnehin nie wirklich gegeben hat.

Eigentlich ist die Idee, einen Adventskalender online zu betreiben, gar nicht schlecht. Es stärkt die Kundenbindung, schließlich guckt der interessierte Besucher auf diese Weise Tag für Tag vorbei. Und wenn er schon mal da ist, kann er auch gleich etwas kaufen, sei es für sich oder eben als Weihnachtsgeschenk. Das Problem ist dabei nur, dass Online Adventskalender kein bisschen originell mehr sind, weil sie inzwischen wirklich jeder anbietet. Ähnlich wie die Weihnachtsmänner und Christstollen, die sich schon im Spätsommer in den Regalen der Supermärkte breit machen, kann man ihnen nicht entfliehen.

Deshalb ist es wichtig, dass ein guter Adventskalender entweder besonders witzig und unterhaltend daher kommt, oder zumindest attraktive Rabatte und Angebote bietet. Jede Branche vertraut inzwischen auf Weihnachtskalender. Sie gehören einfach zum Standard des X-Mas Marketing Mix. Es ist egal, ob Schuhe, Handys oder Fernseher verkauft werden sollen, ob Hotelzimmer oder Reisen vermittelt werden sollen, oder ob es um digitale Güter wie Software Downloads oder MP3-Songs geht. Ein Online Adventskalender geht offenbar immer.

Für Leseratten und Zocker

Eine Variante sind E-Mail-Adventskalender. Im Grunde sind es Newsletter, die in der Adventszeit täglich verschickt werden. Häufig mit Sonderangeboten und Gutscheinen, um den potentiellen Weihnachts-Shopper auf eine Internetseite oder in eine Filiale zu locken. Also wieder das gleiche Spiel.

In der Luxusausführung bieten Online Adventskalender einen hohen Unterhaltungswert, indem sie zum Beispiel als Browser-Game daherkommen. Im Stil von Moorhuhn und Co. sammelt der Weihnachtsmann Geschenke ein oder rast mit dem Schlitten herum. Diese Art des Adventskalenders hat zumindest einen Mehrwert, den die analoge Variante so nicht hat. Gewinnspiele und Rätsel fordern den User ebenfalls dazu auf, etwas zu tun. Im Internet gibt es Adventskalender, in denen Schüler Matheaufgaben lösen können. Im Intranet mancher Firmen müssen Tag für Tag Fragen zum Unternehmen beantwortet werden. Auf der Weihnachtsfeier winkt dann ein attraktiver Preis. Hier ist das Ziel, das Wir-Gefühl zu stärken, ähnlich wie bei Sportwetten oder dem Firmenlauf.

Für das Handy und die Pinnwand

Adventskalender Online auf dem HandyInzwischen ist der Adventskalender online, mobil und sozial. Es gibt eine Vielzahl von Adventskalender Apps für das Handy, damit man auch unterwegs die virtuellen Türchen öffnen kann. Die Apps werden über Apps-Stores und QR-Codes verbreitet. Manche bestehen einfach nur aus Bilder, die täglich auf dem Smartphone erscheinen und damit dem klassischen Adventskalender ähneln. Aber natürlich gibt es auch die altbekannten Gutscheine, Sonderangebote und Aktionen. Auf diese Weise lässt sich der geplagte Käufer von Weihnachtsgeschenken noch unterwegs erreichen. Sofern er das Haus überhaupt verlassen hat und nicht direkt alles online bestellt.

Neben mobilen Adventskalender erfreuen sich Facebook Adventskalender großer Beliebtheit. Im Grunde ist es wieder die gleiche Leiher, nämlich Kundenbindung und Neukundengewinnung. Dass das gut funktionieren kann, hat z.B. eine Kampagne von Nutella gezeigt mit der über 100.000 Facebook-Freunde eingesammelt wurden. Allerdings sind Soziale Netwerke ein gefährliches Pflaster für Werbetreibende. Es wurden mehrere Adventskalender von großen Markenunternehmen wegen Verstoß gegen die Facebook Richtlinien gesperrt. Die Kampagnen waren offenbar zu werblich und damit den Betreibern des Sozialen Netzwerks ein Dorn im Auge.

Für Individualisten

Grundsätzlich eignet sich Facebook aber sehr gut für einen Adventskalender, da der Anbieter Tag für Tag auf der Pinnwand des Users erscheint. Apropos User: Es gibt sogar Adventskalender zum Selberfüllen im Internet. Es lassen sich eigne Fotos hochladen und der digitale Adventskalender kann dann verschickt oder über einen Weblink aufgerufen werden. Das Prinzip ähnelt dem der digitalen Postparten im Internet.

Ein Marktlücke, die noch nicht besetzt wurde, sind digitale Adventskalender zum Verschenken, bisher werden sie ja von Shops und anderen Internetseiten kostenfrei zur Verfügung gestellt. Denkbar wären aber z.B. Adventskalender mit Musikstücken oder Filmen zum Download, die der Verschenkende vorher auswählt (und bezahlt). Aber da ja alle Jahre wieder Weihnachten ist, wird auch das nicht lange auf sich warten lassen.